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Mittwoch, 24. August 2011

Missglückter Clafoutis - und ein paar Gedanken am Morgen

Ich sitze hier in unserem Wintergarten bei offener Tür und bereite mich auf den Tag vor. Es gibt noch viel zu tun bis wir am Donnerstag Hubbys ältesten Sohn Trevor verabschieden werden. Er wird die letzte Nacht vor seinem großen Abenteuer USA bei uns verbringen, Hubby fährt ihn am Freitag Morgen nach Heathrow. Wir haben ab Freitag Urlaub und werden den Nachmittag nutzen und unsere Campingsachen einpacken, denn am Samstag geht es für eine Woche zum Zelten in die Normandie - bitte liebe Wettergoetter, habt ein Einsehen mit uns, ich bin doch ein Schoenwettercamper!!!! Ich habe mich bereits über alle Sehenswürdigkeiten und auch über die Marktveranstaltungen im Gebiet informiert - wenn das Wetter mitspielt sollte es eine gute Woche werden.
Dieser Sommer ist nun schon fast vorbei, es wird Herbst, obwohl ich mich mit Händen und Füssen dageben wehre, einige Bäume verfärben sich bereits, das muss an der relativ langen Trockenheit die wir hier hatten, liegen. Trocken und windig, das sind die Merkmale dieses Sommers, dabei haben Temperaturen seltenst die 24 Grad Marke überschritten. Dieser Blog stellt für mich eine Art Tagebuch dar. Ich kann immer nachsehen, wie die vergangenen Sommer waren, und was mich zu der Zeit bewegt hat. Falls Ihr es noch nicht gemerkt habt, ich tendiere sehr dazu über das Wetter zu jammern, das fällt mir bei Durchsicht der vergangenen Posts sofort auf.
Neulich bereitete ich als Nachtisch einen Clafoutis zu. Wunderbare Blaubeeren hatte ich erworben und auch Eau de Vie war reichlich vorhanden. Ich dachte, ich halte mich an Bolli's Rezept, dann kann eigentlich kaum etwas schief gehen. Weit gefehlt!
Ich habe mich wohl mit meinen Gästen verquatscht und nicht so auf die Temperatur im Ofen geachtet, ausserdem dachte ich, man kann alles in einem Arbeitsgang abwickeln .... Tja, was soll ich sagen, der Clafoutis war matschig und klammerte sich an die vorher wirklich gut gebutterten Form wie nichts Gutes. Von den in Bolli's Blog so toll aussehenden Tortenstücken keine Spur. Meine Gäste haben es mutig gegessen, aber es war wirklich nicht toll. Da koennte ich sicher noch ein bisschen Nachhilfe gebrauchen!!!

Sonntag, 21. August 2011

Soft Opening - Jamies Italian MK

Gestern hatte ich das Glück zusammen mit meinem Sohn Carl und seiner Freundin Rachel im neuen Jamies Italian Restaurant in MK zu lunchen - es war ein Event für 'Friends and Family' - nicht etwa der von Jamie Oliver (mit ihm sind wir leider nicht verwandt), sondern für Freunde und Familie der dort Angestellten - und da Rachel dort arbeitet, durften wir hin. Hubby ging nicht mit, er zog es vor, die Strassen auf seinem Motorrad unsicher zu machen (seufz)!
Man hat sich in MK für ein 'Soft Opening' entschieden, welches sich über mehrere Tage hinzieht - es soll den Eindruck vermitteln, dass dieses Restaurant schon immer da gewesen ist, organisch gewachsen, gewissermassen. Schon beim Reinkommen fühlte ich mich wohl, die Atmosphäre dort ist phantastisch. Die Designer haben es geschafft, durch die verwendeten Materialien und die clevere Beleuchtung diesem Restaurant, welches sich ja in in einer ziemlich 'gesichtslosen' Shopping Mall befindet, Charakter und Charme einzuhauchen. Hut ab!!!
Als Starter bestellen wir uns verschiede Gerichte, die wir dann geteilt haben. Das Personal ist excellent geschult, Rachel berichtete, dass Jamies Freund - Gennaro Contaldo - einen grossen Teil des Trainigs persoenlich durchgezogen hat.
Jede Zutat hat eine Geschichte, es wird grossen Wert auf die Herkunft und die Produzenten der Lebensmittel gelegt.
Im Eingangsbereich gibt es eine kleine Pastaküche, dort steht die Nudelmaschine und zwei Mitarbeiter sind den ganzen Tag damit beschäftigt, die verschiedenen Nudelsorten herzustellen.
Das Menu ist rustikal und gut durchdacht. Pasta kann in zwei Groessen bestellt werden, je nach dem, ob man sie als Secondi oder als Hauptgericht geniessen will.
Carl entschied sich für Sepia-Spaghetti mit Jakobsmuscheln.
Rachel hatte die Pilzravioli.
Das junge Glück schlug auch beim Nachtisch noch zu, ich dagegen war 'pappsatt' und schaffte nur einen kleinen Espresso.
Hier meine Pastaportion, mit Tintenfisch, schmeckte sehr authentisch - Hubby 'eat your heart out' - hier hast Du wirklich was verpasst!!!! Im Obergeschoss hängen die Koestlichkeiten an der Decke. Hier wird alles frisch und vor allem dünn geschnitten.

Samstag, 20. August 2011

Flapjacks mit Aprikosen und gesalzenen Erdnüssen

Neulich regnete es den ganzen Tag, (brrrr). Ich empfand es als so kalt, dass ich sogar kurzzeitig erwog, die Heizung anzuschmeissen...., dann besann ich mich eines Besseren, ich zog eine Jacke an und backte - das heizte dann auch mir mächtig ein.
Nur nichts Schwieriges wünschte ich mir. Also erst einmal einen Topf aufgestellt, darin wurden 220g Butter (das muss ja schmecken) mit 2 EL Golden Syrup und 220g weichem, braunem Zucker geschmolzen.
100g gesalzene Erdnüsse und 250g getrocknete Aprikosen in grobe Stückchen schneiden und in die Masse geben. Zum Schluss noch 300g Haferflocken zugeben.
Den Teig auf ein Blech streichen (mein Blech im Foto ist genau halb so gross wie ein Standard Ofenblech). Mit Sesamsaat bestreuen und bei 150 Grad ca. 45 Minuten backen. Die Küche durchzog ein gar koestlicher Duft. 10 Minuten abkühlen lassen und dann in kleine Quadrate schneiden. Weiter in der Form abkühlen lassen. Ich habe das nicht gemacht, daher wurden meine Flapjacks etwas broeselig - was dem guten Geschmack aber keinen Abbruch tut. Man kann die Broesel auch sehr gut über Joghurt gestreut zum Frühstück geniessen.

Dienstag, 16. August 2011

(Ausbildungs)Notstand an der Wursttheke

Jetzt muss ich mir mal Luft machen, koennt Ihr es im Foto erkennen? Das sind 120g feinster Seranoschinken, dicklich geschnitten und aufeinander gepappt? So bekommt man das hier verkauft - und das schon, nachdem ich gebeten hatte, 'aber bitte dünne Scheiben' - grrrr! Es ist ja lobenswert, dass in den letzten Jahren an den hiesigen Wursttheken eine Veränderung eingesetzt hat. Als ich vor 13 Jahren her kam, gab es dort nur eine reiche Auswahl an Kochschinken und Speck. Nun kann man durchaus im lokalen Supermarkt drei verschiedene Sorten italienische Salami, zwei Sorten Chorizo, zwei Sorten deutsche Salami und eine dänische Salami (wer kauft die denn eigentlich?) käuflich erwerben. Auch Mortadella, franzoesische Knoblauchwurst, Parmaschinken und der besagte Seranoschinken stellen kein allzu grosses Problem mehr dar. Modernste Berkel-Schneidemaschinen stehen fein aufgereiht, an der erfolgreichen Bedienung derselben fehlt es dann aber deutlich.
Wer schon einmal in Italien war, weiss, mit wieviel Stolz dort die Salami und der Schinken auf die optimale Dicke geschnitten werden und dann unter Zuhilfenahme von Trennpapier fast einem Kunstwerk gleich aufgereiht werden. Daheim macht man nur noch das Paket auf, und kann den Gästen direkt servieren. Auch in Deutschland, weiss man im Allgemeinen, wie man Wurst und Schinken schoen verpackt.
Nicht so auf der Insel. Hier wird der Schinken zuerst einmal dicker geschnitten, als ich es eigentlich moechte, das liegt an der seltsamen 'Fangtechnik', der sich das Personal in meinem lokalen Sainsburys bedient. Da liegt kein Papier unter der Schneidemaschine, der Tisch ist dafür nicht gross genug, so muss das Personal die Scheiben gewissermassen mit einem Papierchen auf der Hand auffangen - sonst würden sie auf dem Fussboden landen. Ich mache mir jedesmal Sorgen, dass sich jemand dabei die Finger absäbelt. DAS KANN EINFACH NICHTS WERDEN!! Ich schaue mir dieses Spektakel immer wieder samstags beim Einkauf an... und beim Auspacken kommen mir fast die Tränen, da gibt es zusammengepappten Schinken, halbe Salamischeiben, meist noch mit Pelle ---- so werden diese wunderbaren Delikatessen verhunzt.
Was soll ich tun? Soll ich an Sainsburys (und Tesco übrigens auch) schreiben und ihnen mein Anliegen erklären???? Ich weiss es einfach nicht! Meine zaghaften Versuche die Verkäuferinnen zu dünneren Scheiben und mehr Papier zu bewegen führten bisher zu keinem Erfolg. Fehlt es dem Engländer als solches an Feinsinnigkeit? Oder liegt es einfach daran, dass zu wenig Wert auf Mitarbeiterschulung gelegt wird. Ausbildungsgänge im Einzelhandel gibt es hierzulande jedenfalls nicht!! Darf ich mir was wünschen, liebe Mitarbeiter im Servicebereich, bitte besinnt Euch auf das alte englische Sprichwort 'If a job is worth doing, it is worth doing well'!!!!

Sonntag, 14. August 2011

Polenta Terrine mit Tomatensauce

Für 4 - 6 Personen als Vorspeise geeignet.
250g Polentagries
1 l Hühnerbrühe
4 EL geriebenen Parmesan
1 EL Butter
Muskatnuss, gerieben
1 Mozzarellakäse
250g braune Wiesenchampignons, etwas Knofibutter
2 rote Paprika aus dem Glas
Parmesan zum Bestreuen
Eine Terrinenform ausbuttern.
Die Pilze in kleine Scheiben schneiden und in der Knofibutter ausbraten, bis sie ziemlich geschrumpft sind.
Den Mozzarella kleinschneiden und in zwei Portionen aufteilen. Die Paprika in kleine Stücke schneiden.
Nun die Polenta nach Packungsanweisung kochen. Zum Schluss den Parmesan und die Butter unterschlagen. Mit Muskatnuss abschmecken
Nun eine Schicht Polenta in die Form geben, die Pilze darüber streuen, mit Mozzarella belegen und eine weitere Schicht Polenta auftragen. Darauf die Paprikastückchen und wieder Mozzarella. Mit einer Schicht Polenta abschliessen. Die Terrine ruhen lassen, am besten über Nacht. Vor dem Servieren 45 Minuten bei 180 Grad im Backofen backen.
Die Terrine auf einen Teller stürzen und in Scheiben schneiden, hier ergibt sich ein Problem, denn die Scheiben bleiben nur bei grosser Vorsicht zusammen. Verbesserung fürs nächste Mal, vielleicht kalt in Scheiben schneiden und dann auf einem Backblech liegend aufbacken, oder - und das würde ich versuchen - individuelle Foermchen machen. Anyway - geschmeckt hat die Terrine sehr, sehr lecker (das fand dann auch Hubby!).
Die Tomatensauce dazu habe ich ganz einfach gemacht. 1 Dose gehackte Tomaten mit 2 EL Balsamico, Oregano, Thymian aus dem Garten, 1 gehackte Schalotte, 2 gehackte Knofizehen plus Salz und Pfeffer. Alles zusammen zugedeckt mindestens 30 Minuten kochen lassen. Durch ein Sieb passieren und mit Creme Fraiche verfeinern. Mit Feldsalat und Parmesan bestreut anrichten.

Samstag, 13. August 2011

Rahm-Zucchini - Creamed Courgette

Die Erntezeit der Zucchini ist da, und vielerorts weiss man nicht, was man mit den kleinen Dingelchen machen soll. Ich mag dieses Rezept sehr (Hubby nicht, er wird wirklich immer schwieriger:o) - für ihn hatte ich extra Moehrchen gekocht, trotzdem hat er die Zucchinis probiert und dann mitgeteilt, dass er sie wirklich nicht mag - grrrrr)
3 kleinere Zucchinis, auf der Mandoline gehobelt
Olivenoel
1 Knofizehe, durchgepresst
Saft einer Limone (oder Zitrone - dann nicht ganz so viel)
Salz, Peffer
Spritzer Tabasco
Sardellenpaste
1 TL Dijonsenf
gemischte, italienische Kräuter, oder auch Käuter der Provence
150ml Creme Fraiche
Die Zucchinischeiben einige Zeit in Olivenoel andünsten, dann den Knoblauch zugeben und noch etwas andünsten. Die Creme Fraiche mit den anderen Zutaten mischen und als Sauce über die Zucchinis geben. Gut durchwärmen und zum gebratenen Fleisch servieren. Mir (und auch unseren Gästen) hat's geschmeckt!!!

Donnerstag, 11. August 2011

Honig-Gewürz-Kuchen

Dieses Rezept stammt aus einem Backbüchlein, das einer der letzten Ausgaben der Zeitschrift OLIVE beigelegt war. Als ich den Namen Honigkuchen las, kamen bei mir Erinnerungen an die holländischen Honigkuchen meiner Kindheit hoch, zusammen mit Chocomel stellen sie ein einzigartiges Geschmackserlebnis für mich dar. Um es vorweg zu nehmen, dieser Kuchen schmeckt nicht ganz wie der holländische, macht sich aber trotzdem gut zum Tee.
Für eine kleine Kastenform braucht man:
3cm Stück Ingwer, gerieben und den Saft durch ein Sieb gepresst, nur der Saft wird verwendet
125g flüssigen Honig
50g golden Syrup, ein hier erhältlicher Zuckersirup, ich würde ansonsten mehr Honig verwenden
140g Butter
50g dunklen, weichen Zucker
2 Eier
40g Roggenmehl
100g Self Raising Flour (Mehl mit Backpulver vermischt)
1/2 TL Backpulver
1/2 TL gemahlenes Zimt
1/2 TL gemahlenes Piment

Die 'feuchten Zutaten' in einem Topf leicht anschmelzen und zu einer Masse verrühren. Die 'trockenen' Zutaten vermischen. Die feuchte Mischung vom Topf in Mr Ken Wood geben und etwas schlagen, dann die Eier zugeben und noch weiter aufschlagen. Zum Schluss die trockenen Zutaten zugeben.
Der Teig ist eher flüssig, das soll so sein. In eine mit Pergament ausgelegte Form geben und im auf 160 Grad vorgeheizten Backofen 50 - 60 Minuten backen.

Mittwoch, 10. August 2011

Gedanken zum Frühstück - Was ist hier eigentlich los?

Ich frühstücke gerade, nicht die oben im Bild zu sehenden Baked Beans with Black Pudding and Fried Egg, das gab es neulich, aber zum Lunch. Jedenfalls hoere und lese ich die neuesten Nachrichten. Jetzt habe die Krawalle auch unsere Stadt erreicht, zwar ist hier noch nicht so viel Trouble wie in London, Birmingham oder Manchester, aber es brennen Häuser, Straßen sind gesprerrt und es herrscht allgemein eine vermehrte Präsenz von Sicherheitskräften. Wir hatten gestern Abend Grillgäste, ein Abschiedsessen für Trevor, der nun endlich sein Heiratsvisum für die USA erhalten hat und seine Amy heiraten kann. Am 26. August reist er ab, mit One-Way-Ticket, wir werden ihn vermissen!
Fürs Grillen war ich jedenfalls in unserem lokalen Tesco einkaufen und war überrascht einen Polizeibeamten mit kugelsicherer Weste und statt einem Sicherheitsbeauftragten gleich drei im Eingangsbereich zu finden. Auch weiter hinten im Geschäft waren Sicherheitskräfte. Da wurde mir klar, man erwartet auch hier eventuelle Ausschreitungen.
Abends rief mich mein Sohn an, er arbeitet als Restaurant/Bar Manager und er hatte Anweisung den Laden dicht zu machen und alle Vorräte ausser Sichtweite zu schaffen!
Unsere Diskussionen beim Abendessen beschäftigten sich dann auch mit der Lage der Nation. Der Ruf die Armee einzuschalten wird hier bei der Bevoelkerung immer lauter, bisher wurde in den Nachrichten gesagt, gäbe es allerdings keine solchen Pläne, also im Klartext, es ist schon bekannt, wann und in welchem Umfang die Armee eingesetzt werden wird.....
Es koennte uns also durchaus eine Ausgangssperre mit Militärpräsenz bevorstehen. Hoffen wir, dass es nicht zum Schlimmsten kommen wird!!!!!
Mir wird immer mehr klar, dass ich offenbar in einem voellig anderen England lebe, als diese Krawallmacher. Dies ist das England der friedvollen Gärten, der herrschaftlichen Anwesen, der wunderschoenen Landschaften, der meerumspülten Küsten, der besten Tassen Tee, der Sandwiches UND UND UND, aber: Auch wir haben schon Jobs verloren, verdienen deutlich weniger als der Rest von Europa, müssen mit der 'bescheidenen' medizinischen Versorgung hier leben etc., trotzdem gehen wir nicht auf die Straßen und zünden Häuser an.... diese Typen haben keine politische Aussage, sie wollen nur Randale, haben keinen Respekt (verlangen aber Respekt - häh ???). Natürlich ist da wo Rauch ist, auch Feuer, will sagen, es kann nicht angehen, dass in manchen Gebieten 4 von 5 Jugendlichen keinen Job haben - diese Personen haben nichts mehr zu verlieren, so scheint es. Mein Eindruck über die Jahre ist, in diesem Land wird zu wenig manuell gearbeitet, alle Produktionen wurden nach China und Indien verlegt, diese manuellen Arbeiter haben nun keine Jobs, es gibt keine traditionellen Ausbildungsgänge, wie z.B. in Deutschland mehr, das wurde in den 70er Jahren abgeschafft. Jeder Mensch braucht eine sinnvolle Aufgabe im Leben, das Gefühl 'etwas zum Großen Ganzen beizutragen', nimmt man den Menschen diese Befriedigung, suchen sie sie sich anderorts. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Politiker das erkennen und dringend notwendige Schritte unternehmen, um das Blatt zu wenden.

Dienstag, 9. August 2011

Rutland Water und Barnsdale Gardens

Der Sonntagsausflug ging nach Rutland Water. Rutland Water ist angeblich einer der groessten von Menschenhand hergestellten Seen in Europa. Ich lasse das 'mal so im Raum stehen, denn ich denke, dass es z. B. in Deutschland sehr wohl groessere Stauseen gibt, aber nach Deutschland schaut man hierzulande eigentlich nie, wenn es um Rekorde oder etwa Erfindungen geht ;o)))
Die Fahrradrout im das gesamte Reservoir, wie die Stauseen hier genannt werden, ist dann auch 'nur' 25 Meilen lang. Wir hatten bei dem starken Wind, der gestern herrschte zu so einer langen Fahrradtour keine Lust, also sind wir nur ca. 10 Meilen hin uns zurück bis zur Normanton Church gefahren. Danach waren wir reichlich durchgepustet und haben unsere Quiche zum Picknick sehr genossen.
Der zweite Teil unseres Aufluges war ein Besuch der Barnesdale Gardens. Diese Gärten wurden in den Neuziger Jahren für die, auch heute noch jeden Freitag ausgestrahlte, BBC Show 'Gardeners World' angelegt.
Damals, das war vor meiner Zeit in England, war ein Typ namens Geoff Hamilton der Moderator. In Barnsdale wurden 38 Gartensituationen angelegt, die den Zuschauern die Moeglichkeiten für ihre eigenen Gärten simmulieren sollten.
Barnsdale ist offenbar ein eher wenig bekannter Garten, voellig zu Unrecht, denn die Anlage strahlt eine einzigartige Atmosphäre aus, leider war mein Kamera-Akku gerade in diesem Moment leer, so dass die Fotos reichlich dürftig ausgefallen sind. Die Website bietet da weitere Informationen und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.


Montag, 8. August 2011

Sooo viele Bohnen - koennen wir doch gar nicht essen

Am Anfang dieser Gartensaison hatte ich in zwei (Ikea)Container je drei Bohnen gesteckt, und dies ist daraus geworden.
Jeden zweiten Tag ernten wir diese Menge an Stangenbohnen. Wer soll das nur alles essen????
Ich schnipple die Bohnen in diagonale Stückchen, branchiere sie sehr kurz in kochendem (Zucker)Wasser, dann geht es ab ins Eisbad, brrrrrrr !!!! Gemüse koche ich übrigens fast immer mit einem Stückchen Würfelzucker - denn, schon Mary Poppins wusste, dass mit 'nem Teeloeffel Zucker alles einfach besser schmeckt - so auch Bohnen :o))
In Zippbeutel aufgeteilt kommen wir mit diesen Bohnen bestimmt gut durch den Winter. Ich bin Euch für aussergewoehnliche Bohnenrezepte übrigens immer dankbar!!!
Wir haben derzeit Urlaub daheim, leider ist es sehr, sehr windig. Es gibt noch viel zu tun im Garten, neu Projekte wurden durch die Gartenbesuche der letzten Wochen und Monate inspiriert. Hubby hat sich erst einmal aufs Motorrad geschwungen, vorher versprach er noch, bei seiner Rückkehr, eventuell erforderliche tiefe Loecher (auf Anfrage) für mich zu graben -na geht doch!!!

Sonntag, 7. August 2011

Quiche Lorraine

Heute soll es raus gehen in die Natur, Radfahren und so weiter. Daher ist ein Picknick angesagt. Gestern habe ich zu diesem Zweck eine Quiche Lorraine gebacken. Man kann so ein Teil hier zwar in jedem Supermarkt kaufen, aber selbst machen, schmeckt viel besser.
Für die Füllung braucht man:
5 Eier
100ml Sahne / ich habe Creme Fraiche genommen
1 TL Dijon Senf
ordentlich weissen Pfeffer
etwas Salz
reichlich Muskat
1 Prise Paprikapulver
Den Guss separat verrühren, den Speck anbraten und zum Schluss eine durchgepresste Knofizehe mit andünsten.
Den Teig habe ich aus 150g Mehl, 75g Butter, etwas Salz und etwas Mineralwasser gemacht. Eine Form (ist sie nicht schoen ? meine neue PIE FORM) ausfetten und den Teig einlegen. Mit der Gabel ein paar Mal einstechen und bei 180 Grad 10 - 15 Minuten vorbacken. Nun den Speck auf dem Boden verteilen, den Guss darübergeben und wer moechte, kann noch mit etwas geriebenem Käse bestreuen (das ist wohl im Originalrezept nicht vorgesehen, aber darum scheren wir uns doch hier nicht - erlaubt ist, was schmeckt!!). Bei 180 Grad ca. 30 Minuten backen, die Quiche sollte noch etwas 'wabbelig' in der Mitte sein.
Einen schoenen Sonntag wünsche ich Euch !!!

Donnerstag, 4. August 2011

History Fayre - Grafton Regis


Am letzten Sonntag besuchten wir, Grafton Regis. Dieses 100 Seelen Doerfchen liegt unweit von unserem Wohnort und hatte mich schon seit ich dieses Buch, das natürlich auch auf deutsch erschienen ist, gelesen hatte, immer interessiert. Tausendmal vorbeigefahren, aber nie angehalten. Hier wurde nationale Geschichte geschrieben, der 'War of the Roses' nahm durch Personen aus diesem Dorf eine entscheidende Wendung.
Soviel Historie, quasi vor unserer Haustüre, da muss man doch mal vorbeischauen. Oben im Bild das Manor House in seiner heutigen Gestalt, als Pflegeheim. Im Mittelalter war es groesser und Henry VIII liebte dieses Doerfchen so sehr, dass er über viele Jahre jeden August hier verbrachte und auch im Oktober war er oft hier.
Unter seiner Regierungszeit wurde das Manor zu einem Palace umgebaut, und auch seine Tochter Elizabeth I nutzte ihn als Holiday Home. Heute ist davon leider nicht mehr viel zu sehen.
Nun im zweiten Jahr, stellen die Einwohner die bewegten Momente ihrer Geschichte an zwei Sommertagen für zahlende Zuschauer dar.
Ein mittelalterliches Camp war aufgebaut, dort konnte man das harte Leben der Vorfahren anhand von Freizeit-Rittern nachvollziehen.
Auch die Schlachten, die über die Jahrhunderte in der Gegend stattfanden, wurden mehr oder weniger originalgetreu nachgestellt.
Lagebesprechung im Sachsen-Camp. Es galt die Dänen zu verhauen. Die stellten sich leider als hinterlistig und überlegen dar. In dieser Gegend befand sich nach dem Einfall der Wikinger im 9. Jh die Grenze zwischen Saxon Law und Dane Law. Die Dänen tendierten dazu von den Doerfern Schutzgelder zu erpressen, damit keine Uebergriffe auf die Bevoelkerung stattfanden. War das Schutzgeld gezahlt, gab's trotzdem eins auf die Mütze, soviel zum Thema 'Dänen lügen nicht' ...
Heutzutage kann man noch die von den Wikingern eingenommen, bzw begründeten Siedlungen am Anhang -by erkennen. Auch Henry VIII und Anne Boleyn waren da, ich sah ihn später noch am Burger Stand, als er Anne einen Cheeseburger kaufte.

Der Besuch hat uns gut gefallen, aber man merkt, dass diese Veranstaltung noch in den Kinderschuhen steckt, da ist noch einiges an Verbesserungen moeglich. Trotzdem, gute Idee!!!!