
Hier nun endlich der versprochene Ingwerkuchen. Er stammt aus dem Kochbuch 'The Kitchen Diaries' von Nigel Slater. Nigel Slater bezeichnet sich selbst nicht als Chef sondern vielmehr als Koch. Er hat das Gewerbe gelernt und arbeitet heutzutage erfolgreich als Food Writer.
Von Zeit zu Zeit hat er auch TV Sendungen, so wie neulich wieder im BBC.
Dieses Buch ist schon mehr als ein Jahr alt, aber ich habe es erst kürzlich bekommen (Danke Dani!). Ich weiss nicht, ob Nigel Slater auch in deutsch veröffentlicht, wenn ihr mal auf die Insel kommt lohnt es sich auf jeden Fall, eines seiner Bücher zu kaufen. Das ist die reinste Poesie, wie er da die Zutaten beschreibt.
Die Diaries sind wie der Name schon sagt ein Tagebuch, fast für jeden Tag steht ein Rezept und ein paar Anmerkungen geschrieben. Da kann man schön eintauchen und kriegt den Einkauf auf dem Marylebone Farmers Market, das Knistern des Kamins und die Gemütlichkeit sofort mitgeliefert. Nigel Slater ist auch passionierter Gemüsegärtner, in seinem Garten hinter dem Haus in London züchtet er so manches für den Kochtopf.

Im Bild sieht man die beiden 'exotischen' Zutaten: Stem Ginger, eingelegten Ingwer und Golden Syrup, beides sehr britisch, ich weiss nicht, inwieweit man diese in Deutschland bekommen kann. Golden Syrup sieht aus wie Honig, schmeckt aber eher caramelartig nach Zucker. Vielleicht kann man aus braunem Zucker selbst welchen herstellen?
Der Stem Ginger/Ingwer kommt kugelartig geschnitten, eingelegt in Zuckersirup daher. Vielleicht im Asialaden erhältlich?

250g Selfraising Flour (Mehl mit schon Backpulver drin)
2 gestrichene TL gemahlenen Ingwer
1/2 TL gemahlenen Zimt
1 gestrichener TL Sodabikarbonat
Prise Salz
200g Golden Syrup
2 EL Ingwersirup (aus dem Ingwer Glas)
125g Butter
3 Kugeln Stem Ginger - ungefähr 55g (Ingwer im Glas), fein gehackt
2 gehäufte EL Sultaninen
125g unraffinierten, dunklen Muscovado Zucker
2 grosse Eier
240ml Milch

Eine grosse Kastenform (Nigel schlägt allerdings eine quadratische 22 x 22cm Form vor) mit Pergament auskleiden, den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Wieder einmal fängt alles mit einem Topf auf dem Herd an. Die Butter, den Golden Syrup und den Zucker unter rühren schmelzen. Den Ingwersirup, die Sultaninen und den gehackten Ingwer zugeben und gut durchrühren. Die Eier mit der Milch verschlagen. In einer Schüssel das Mehl, Sodabikarbonat, den gemahlenen Ingwer, Zimt und das Salz vermischen. Die Butterzucker Mischung untermischen und dann die Eiermilch zugeben, alles gut vermischen. Der Teig hat nun die Konsistenz wie Pfannekuchenteig, davon nicht beunruhigen lassen.

Den Kuchen 55 - 60 Minuten backen (wenn man eine quadratische Form benutzt, nur 35 - 40 Minuten, backen lassen.
Warm mit Custard (Vanillesauce) als Dessert servieren - sehr klassisch britisch, oder wie ich, in der Form abkühlen lassen und zum Tee bzw Kaffee geniessen. Während ich das so schreibe, muffle ich gerade ein Stück (nur ein kleines natürlich wg Diät). Der Kuchen ist klebrig, wie er sein sollte und schmeckt wirklich gut.