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Samstag, 6. September 2014

Eins Zwei Drei - Samstagskocherei, Birnen-Frangipane-Tarte, Lauch-Quiche und Butternut Squash Suppe

Und schon wieder ist es Samstag, dieser Tag wird die ganze Woche heiss erwartet! Ich weiss nicht, wo die Zeit bleibt, aber am Wochenende gibt es bei uns meist reichlich zu tun! Unser kleiner Birnbaum (Beurre Hardy) trägt wieder einige Birnchen. Im letzten Jahr hatte ich Pear Butter daraus gemacht. Davon habe ich noch einige Gläser stehen, daher suche ich in diesem Jahr nach neuen Ideen für die Birnchen. Sie sind früh in diesem Jahr, fallen bereits vom Baum, essbar sind sie in diesem Zustand nich nicht, vielmehr sollten sie einige Wochen nachreifen, dann werden sie so richtig saftig!
Die kleineren Birnen habe ich noch am Baum gelassen, vielleicht wachsen sie ja noch ein bisschen?? Zuerst machte ich eine Birnen-Frangipane-Tarte. Den Mürbeteig wie immer zubereitet, allerdings ohne Zucker, da ich ihn auch für die Lauche-Quiche benutzen wollte. Den Boden dann 12 Minuten vorbacken und mit 2 EL Orangenmarmelade bestreichen. Zwei Birnen in Scheiben schneiden und auf dem Boden ausbreiten. Die Frangipane Mischung wie folgt herstellen:
1 Ei
100g Zucker
2 EL Saure Sahne
100g gemahlene Mandeln
Diese Mischung auf die Birnen verteilen und 15 Minuten bei 180 Grad backen, dann eine handvoll gehobelte Mandeln darauf verteilen und weitere 15 Minuten backen.
Dies ist nur ein Teil der Birnen, der kleine Beurre Hardy hat sich mächtig angestrengt. Falls Ihr Ideen habt, für die Verwendung der Birnen, lasst es mich wissen. Mutti meinte schon, trocknen, aber ohne Trockengerät????
Die Quiche habe ich mit Lauch und Speckwürfeln belegt. Die Lauchscheiben dazu mit dem Bacon in etwas Olivenöl in einer Pfanne einige Minuten anschwitzen und mit Dry Martini ablöschen. Die Mischung auf den vorgebackenen Boden geben und mit geriebenem Cheddar bestreuen. Einen Guss aus drei Eiern, Saurer Sahne, Senf und Pfeffer und Muskatnuss bereiten und darüber gießen, ca 30 Minuten bei 180 Grad backen.
Und weil ich schon dabei war, und weil aller guten Dinge drei sind, kochte ich auch noch eine Butternut Squash Suppe. Hierzu einen Butternut Squash würfeln, dazu eine Lauchstange, eine Selleriestange, alles schön kleingeschnitten, eine Knofizehe und eine rote Chilischote mit Hühnerfond ca. 25 Minuten köcheln lassen. Mit dem Zauberstab pürieren und mit Kokosmilch und Senf sowie Szechuan Pepper abschmecken.
In dieser Pfeffermühle ist der Szechuan Pfeffer, die Mühle habe ich bei diesem Besuch gekauft. Der kleine China-Man erinnerte mich dabei an Hubby - der hat, so denke ich, chinesisches Blut, wennauch ziemlich verwässert....
Hier der winterharte Fuchsienbusch, wie kleine Ballerinas sehen sie aus, oder auch wie japanische  Lampions.
Dies ist der Indigobusch, den Hubby so gerne haben wollte. Nach jedem Winter sieht er strohig und vertrocknet aus, dann denke ich, der wir nicht wieder und schneide ihn heftig zurück. Bisher ist er danach noch jedes Mal schöner und größer als zuvor ausgefallen, die ganze Saison muss ich ihn wieder und wieder zurückschneiden, da unser Garten so klein ist. Was wäre das für eine Freude, wenn man ihn einfach zu seiner vollen Schönheit wachsen lassen könnte!
Heute kam noch Post von Mutti aus Deutschland. Sie hat die  Knie-OP gut überstanden und schickt mir wieder Zeitschriften - vielen Dank! So weiss Hubby dann, dass heute Abend Klitschko boxt!
Toll dieser Indigo, und immer voller Bienen, der ganze Busch summt!

Montag, 1. September 2014

Three Weddings ......

Neulich besuchten wir Stamford in Lincolnshire. Eine wirklich charmante Stadt, schöne Geschäfte, tolle Restaurants, alte, gut erhaltene Bausubstanz. Nicht umsonst werden hier immer wieder die so beliebten bitischen Kostüm-Dramas gedreht.
Offenbar werden die Vorzüge dieser kostenlosen Filmkulisse auch von Brautpaaren sehr geschätzt, denn an diesem Samstag sahen wir drei Brautpaare, die an verschiedenen Locations in dieser Stadt den Bund fürs Leben schlossen. 
Mich überrascht es wirklich immer wieder, wie in der heutigen Zeit, wo doch fast jede zweite Ehe geschieden wird, immer noch so viele junge Menschen diesen Weg gehen. Offenbar ist, wie im Märchen und beim guten Krimi, der Glaube daran, dass das Gute siegen wird und man am Ende zu den Paaren gehören wird, die es geschafft haben, größer, als die nackten Tatsachen der Statistik. Ich wünsche jedenfalls allen Paaren einen glücklichen Ausgang ihrer Love Story.   
Und selbstverständlich hoffe auch ich, dass ich irgendwann mit Shania Twain sagen kann: 'Still the One'!

 

Sonntag, 31. August 2014

Corn Chowder - Suppe aus frischem Gemüsemais

Frischer, lokaler Gemüsemais schmeckt einfach göttlich! Hier auf der Insel werden fast in jedem Gemüsegarten ein paar Pflänzchen davon angebaut. Der Mais kam aus den Kolonien (USA) hierher. In Deutschland kannte ich Mais nur in Dosen, die wurden dann in den Nudelsalat gekippt..... oder als Futtermais auf den Feldern. Maiskolben geknabbert hat mein Sohn als er ein Jahr war. Er entdeckte bei einem Urlaub in Frankreich neben dem Ferienhaus ein Maisfeld und hat flugs einen Kolben abgerissen und hineingebissen.
Wir essen frischen Gemüsemais meist als Beilage zum BBQ mit salziger Butter bestrichen, yummy!  Und falls sich jemand fragt, wie man ihn zubereitet? Mais von Blättern und Haaren befreien, Spitze beschneiden und halbieren. In Wasser mit etwas Zucker ca. 7 Minuten kochen. Dann nur noch auf dem Grill 'anbräunen' und noch heiss mit salziger Butter bestreichen, nicht einfach zu essen, da tropft die Butter schon einmal vom Kinn.
Blog-Event CI - Smooth food, geschmeidig und genussvoll! (Einsendeschluss 15. September 2014)
Diesmal habe ich eine Suppe - eine Corn Chowder - aus den frischen Maiskolben gefertigt. Die eignet sich sofort auch als Beitrag zum Blogevent 'smooth Food' der derzeit von Claudia bei Zorra ausgerichtet wird. Dazu zwei Maiskolben wie oben angegeben vorbereiten. Gleichzeitig eine Suppe aus den folgenden Zutaten kochen:
Gemüsebrühe
1 Stange Sellerie, kleingeschnitten
1 Stange Lauch, in Ringe geschnitten
3 Kartoffeln, in Stücke geschnitten
1 Knofizehen, gehackt
1 Lorbeerblatt
frischer Thymian
Die genannten Zutaten ca. 20 Minuten kochen, dann das Lorbeerblatt und die Thymianzweige herausfischen. Mit einem großen Messer die Maiskörner von den abgekühlten Maiskolben abschneiden. 2/3 der Maiskörner in die Suppe geben und nun mit einem Zauberstab gut zerkleinern, der Mais macht die Suppe supercremig, diese Cremigkeit kann man durch Zugabe von Double Cream noch multiplizieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Schluss die restlichen Maiskörner in die Chowder geben. Mit Schnittlauch bestreut genießen. Diese Corn Chowder ist perfekt für die kühleren Tage, leider war ich so wild darauf, sie zu probieren, dass ich kein Foto von der fertigen Chowder gemacht habe, aber Ihr könnt Euch sicher einen Teller gelbe Suppe mit Schnittlauch bestreut vorstellen, gell?
Sehen diese Dingelchen nicht aus wie gemalt?

Mittwoch, 27. August 2014

Am Grand Union Canal und Quarkhörnchen, Rugelach oder auch Rogaliki - oder wie sie sonst noch heissen

Heute kommt eine etwas längere Fotostrecke, ich hoffe es gefällt! Ausserdem nochmals das Rezept für die Quarkhörnchen meiner Oma Anna, die sich einer breit angelegten Tradition erfreuen, sind sie doch unter verschiedenen Namen an vielen Orten bekannt, Rugelach in jiddisch, Rogaliki in der slavischen Version. Der Teig besteht nur aus drei gleichen Teilen Butter, Quark und Mehl, mehr nicht! Da braucht es keinen Aufwand und keine Küchengeräte, das lässt mich darauf schließen, dass dieses Rezept schon lange existiert und weitergegeben wurde.
Sonntag, als die Sonne noch schien, als sich noch nicht das Grau in Grau dieser letzten beiden Regentage auf uns herabgesenkt hatte, radelten wir zum Grand Union Canal. Dieser Kanal stellte am Anfang des Industriezeitalters einen wichtigen Transportweg auf der Insel dar. Von der reinen Industrienutzung ist er nun ausschließlich als Freizeiteinrichtung in Gebrauch, und das gar nicht wenig, ich denke der Betrieb, der heute dort herrscht ist durchaus vergleichbar mit dem Betrieb der dort zu Hochzeiten der gewerblichen Nutzung herrschte. Oben im Bild das Cosgrove Iron Trunk Aqueduct. Mehr als 200 Jahre alt, erfüllt es weiter tapfer seinen Zweck. Dieses Aquädukt führt den Grand Union Canal in 18 Metern Höhe über den Fluss Great Ouse.
 Dies ist der Fluss Great Ouse.
 Dies ist der Grand Union Canal.
 Hier ein Blick in die weitere Umgebung vom Aquädukt.
In diesem Bild kann man die Wasserführung über den Fluss sehen, einen schmalen Weg, früher für die Pferde, heute für uns Ausflügler, gibt es nur auf einer Seite.
 Nochmals der Blick auf den Kanal auf dem Aquädukt.
Wartende Boote an der Schleuse Cosgrove. Frühstücksduft zog durch die Luft, Bacon Sandwiches, frischer Kaffee und Holzfeuer (viele Boote haben noch einen Holzofen) mmmmhhh.
Immer wieder faszinierend, wie gut diese Schleusentore und deren einfache Mechanik nach so einer langen Zeit noch funktionieren. Langsam und beschaulich geht es zu, zwei der schmalen 'Narrow Boats' passen maximal in einen Schleusendurchgang. Alles wird von Hand gekurbelt, einen Schleusenwärter, der nur auf den Knopf drückt, gibt es nicht.
Der Kanal stammt noch aus einer Zeit, in der man Industriebauten durchaus auch ästhetisch ansprechend gestaltete.
Malerisch ruhig an diesem Morgen, links kann man den Treidelpfad gerade noch so erkennen, es war stellenweise schwierig auf dem Fahrrad, es musste an manchen Stellen auch geschoben werden. Da hat sich in den Jahrhunderten nichts verändert, nur die Pferde fehlen!
Dafür gibt es andere neugierige Anrainer, die sich auch 'mal ein Schlückchen des brackigen Wassers genehmigen.
Nun aber zurück zu den Quarkhörnchen, den vorbereiteten Teig lässt man am besten einige Stunden ruhen, besser noch über Nacht ruhen. Zurück vom Radeln, geht dann alles blitzschnell.
Den Teig einigermaßen gleichmäßig dünn ausrollen und in Dreiecke ausradeln. Diese mit je einen TL Marmelade, Oma Anna nahm Pflaume, ich habe diesemal Blaubeere genommen, und mit je einem Stückchen weisser Schoki belegen - den Trick kannte Oma Anna noch nicht, der kommt von Küchenschabe! Die Seiten des Dreiecks etwas anfeuchten und zum Hörnchen einrollen.
Das ging auch schon 'mal besser - sie sehen ein bisschen 'individuell' aus. Bei 180 Grad ca. 20 Minuten backen. Schmecken einfach göttlich!

Donnerstag, 21. August 2014

Risotto mit römischem Salat

Ich denke, dass Risotto kulturgeschichtlich gesehen sehr, sehr alt sein muss. Breichen in der einen oder anderen Form, will sagen mit den Körnern, die gerade lokal zur Verfügung stehen, sind schon fast Teil unserer DNA, so lange futtern wir sie schon. Der Reis kam im Mittelalter durch die Araber in europäische Breitengrade und wurde sogleich von den Spaniern und Italienern angenommen. Vorher waren es vielleicht Hafer, Linsen, Buchweizen, Emmer oder Hirse, die wir unter viel Rühren im Kessel auf dem offenen Feuer langsam zu dieser wärmenden und so himmlisch wohlschmeckenden Pampe verarbeitet haben. Daher erklärt sich für mich die andauernde Popularität dieser Speisen bei Jung und Alt.
Dieses Risotto wurde wie üblich gemacht, zuerst Zwiebelchen mit Knofi und Reis anschwitzen, mit etwas Dry Martini ablöschen und dann nach und nach die vorbereitete Hühnerbrühe unterrühren. 5 Minuten vor Ende der Garzeit eine Tasse TK Erbsen zugeben und ganz am Ende der Garzeit einen ganzen kleingeschredderten römischen Salat unterheben, er sollte nur kurz anwelken, das gibt dem Risotto Frische und Crunch! Ein Salat im Risotto erscheint vielleicht zuerst etwas ungewöhnlich, aber ich rate jedem, es einmal zu versuchen. Abschmecken mit Zitronensaft, Parmesan, etwas Double Cream und reichlich Pfeffer.


Sonntag, 17. August 2014

Schweinefilet- Töpfchen - Essen als Religion - lieber nicht!

Also, jetzt muss es einmal raus: Ich finde Essen sollte nicht zur Religion, oder zum Religionsersatz werden! Ich lese viele Food-Blogs und in letzter Zeit fällt mir auf: Askese ist offenbar angesagt! Religion war gestern, heute lebt der Verzicht, auf hohem Niveau, versteht sich. Nur wenn ich mich 'richtig' kasteie, bin ich! Da werden wahlweise Zucker,  Eier, Milchprodukte, Weizen, Fleisch, bzw Schweinefleisch, oder auch nur rotes Fleisch verschmät. Entsagung in Reinstform, fast schon das Nagelbrett des Fakirs! Liebe Leute, wo bleibt denn da der Genuss? Im Namen des Verzichts - oder was auch immer, futtern wir Westler, und das nur, weil wir es uns leisten können, den Menschen in Bolivien das Quinoa wech -  und die nächste Krise, vielleicht bei Kokosmilch, denn die verzehrt momentan auch schon jeder?  Sollten wir uns nicht doch lieber ein bisschen lokaler orientieren, nicht alles so verkniffen sehen und mehr Spass haben, beim Essen?
Fleisch muss nicht jeden Tag, aber ganz darauf verzichten? Das bedeutet doch jedwede Tradition zu verleugnen. Wir Nordeuropäer essen tradtitionell Fleischgerichte, wollen wir  alle diese Rezepte in Zukunft nicht mehr kochen und damit unsere Identität komplett kompromittieren? So etwas käme zum Beispiel den Franzosen gar nicht erst in den Sinn. Ich persönlich finde, auf die Herstellung kommt es an, diesen Prozess sollten mehr und mehr Leute kritisch hinterfragen, denn wenn genug Leute das wollen, und auch bereit sind dafür zu bezahlen, kann sich auch in der Tierhaltung etwas ändern!
Filet-Töpfchen, der Schlager auf den Speisekarten meiner Kindheit, jedes Restaurant, das auf sich hielt, hatte eine Version auf der Karte, wahlweise auch mit Käse überbacken. In meiner Kindheit in den Siebziger Jahren gingen wir eher selten ins Restaurant, denn meine Eltern hatten sich ein Riesenprojekt übernommen, sie bauten ein eigenes Haus, von Grund auf.....und ich meine wirklich von Grund auf, mit Spaten in der Hand wurden die Fundamente ausgehoben! Wenn wir dann doch einmal in Restaurant gingen, Samstag oder Sonntag Abend, bestellte sich Mutti meist so ein Filet-Töpfchen. Und weil das so schön zu diesem Event passt, 
 Kindheitserinnerungen
koche ich das jetzt auch nach. Für vier Portionen braucht man:
Ein Schweinefilet, aus biologischer, lokaler Aufzucht - in mundgerechte Stücke geschnitten
1 große Bananenschalotte, kleingeschnitten
1 rote Zwiebel, dito
2 Knofizehen, gerieben
Bund frischer Thymian (aus dem Garten)
250g braune Champignons, in einer separaten Pfanne in etwas Butter braun gebraten
Lorbeerblatt
Rapsöl
getrocknete Steinpilze (optional)
1 Schuss Weisswein
250ml Hühnerfond
Abschmecken mit Senf, Pfeffer, Salz und Double Cream
ggfs mit etwas Speisestärke anbinden
Zwiebeln mit Knofi und Thymian in reichlich Rapsöl anschwitzen, Schweinefilet zugeben und von allen Seiten anbräunen. Mit Weisswein ablöschen und vorgebratene Pilze, getrocknete Pilze und Hühnerfond zugeben und auf kleiner Flamme 20 Min leicht köcheln lassen. Abschmecken und ggfs andicken. Ein leckeres Sonntagsessen, Rösti würden sicher gut dazu passen, bei uns gab es Reis.
Wenn es den Schweinchen so gut geht, wie hier unlängst in Norfolk gesehen, kann man sicher auch ab und zu beruhigt Schweinefleisch auf den Tisch bringen.